Insolvenzmeldungen aus der Industrie

Redaktionsstand:

Ausgewählte Insolvenzmeldungen aus Industrie und Fertigung: Was ist bekannt, welcher Betrieb wird fortgeführt und wo ist eine Stilllegung angekündigt? Die Angaben beziehen sich auf die jeweils verlinkte Mitteilung, nicht auf eine Zusage zur heutigen Lieferfähigkeit.

Neue Meldungen aus September 2026

· Glasverarbeitung · Herford

Windmann Glas: Betrieb wird fortgeführt, Investor gesucht

Vorläufige Insolvenzverwaltung

Laut PLUTA ordnete das Amtsgericht Bielefeld am 27. September die vorläufige Insolvenzverwaltung für die Windmann GmbH & Co. KG an. Der Hersteller von Glas- und Spiegelkomponenten für Möbelindustrie und Ladenbau beschäftigt 36 Menschen. Der Betrieb wird fortgeführt; ein Investorenprozess soll eine langfristige Lösung ermöglichen.

Für Geschäftspartner: Die angekündigte Investorensuche ist noch keine abgeschlossene Übernahme. Auftrags- und Liefertermine direkt abstimmen.

Originalmitteilung: PLUTA, 29. September 2026

· Automobilzulieferer · Harzgerode

Bohai: Einstellung des Geschäftsbetriebs zum 31. Januar 2027 angekündigt

Stilllegung angekündigt

Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann kündigt für das Bohai-Werk und seine Schwestergesellschaften die vollständige Betriebseinstellung zum 31. Januar 2027 an. Nach Angaben von Brinkmann & Partner brachte der Investorenprozess keine wirtschaftlich tragfähige Gesamtlösung. Die Produktion soll in den kommenden Monaten heruntergefahren werden; betroffen sind rund 550 Beschäftigte.

Für Geschäftspartner: Die Mitteilung beschreibt eine bevorstehende Einstellung, keinen sofortigen Produktionsstopp. Verbleibende Liefermengen und Übergangsmöglichkeiten müssen einzeln geklärt werden.

Originalmitteilung: Brinkmann & Partner, 28. September 2026

· Sondermaschinenbau und Automatisierung · Rotenburg an der Fulda

Mundinger Engineering: Fortführung und Sanierungsoptionen werden geprüft

Vorläufige Insolvenzverwaltung

Das Amtsgericht Bad Hersfeld ordnete laut PLUTA am 16. September die vorläufige Insolvenzverwaltung an. Mundinger Engineering beschäftigt 18 Menschen. Ziel ist die Fortführung und der Abschluss laufender Aufträge, soweit möglich. Geprüft werden neben einer eigenständigen Fortführung auch strategische Partnerschaften und der Einstieg eines Investors.

Für Geschäftspartner: Eine verbindliche Sanierungs- oder Übernahmelösung meldet die Quelle noch nicht. Projektfortschritt und verfügbare Kapazitäten direkt klären.

Originalmitteilung: PLUTA, 18. September 2026

Frühere Meldungen und Fortführungslösungen

Die folgenden Einträge dokumentieren den damaligen Quellenstand. Geplante Termine oder Ziele sind keine Bestätigung ihres späteren Vollzugs.

Fünf Meldungen vom 2. bis 11. September 2026 anzeigen

11. September 2026: WESA vereinbart Übernahme des Geschäftsbetriebs von Wilfried Rein

Branche: Metallbearbeitung und Präzisionsfertigung · Standort: Bissingen an der Teck · Status: Verträge unterzeichnet, Übertragung laut Mitteilung zum 1. Oktober 2026 vorgesehen; Vollzug hier nicht gesondert bestätigt.

WESA übernimmt laut Insolvenzverwalter die wesentlichen Vermögenswerte und operativen Grundlagen sowie alle rund 30 Beschäftigten. Der Betrieb fertigt unter anderem CNC-Drehteile und Zahnräder. Die Fortführung am bisherigen Standort ist geplant, steht aber noch unter dem Vorbehalt einer abschließenden Standort-, Miet- und Immobilienlösung.

Quelle: PLUTA, 11. September 2026

9. September 2026: pvwerk startet Sanierung in Eigenverwaltung

Branche: Solarpark- und Batteriespeicherbau · Standort: Hamburg · Status: vorläufige Eigenverwaltung seit 7. September.

Die pvwerk GmbH setzt ihren Geschäftsbetrieb fort und strebt den Erhalt des Unternehmens an. Die Geschäftsführung bleibt im Amt und wird von Sanierungsexperten unterstützt. Das Unternehmen beschäftigt rund 60 Mitarbeitende. Hintergrund ist die Insolvenz der Schwestergesellschaft ENERPARC. Für Geschäftspartner ist der jeweilige Projekt- und Fertigstellungsstand gesondert zu klären.

Quelle: PLUTA, 9. September 2026

4. September 2026: WIKUS vereinbart Übernahme der Bimetallsparte von J.N. Eberle

Branche: Metallverarbeitung und Sägetechnik · Standort: Augsburg · Status: Kaufvertrag unterzeichnet.

Nach Angaben des Insolvenzverwalters übernimmt WIKUS die Bimetallsparte von J.N. Eberle. 74 Arbeitsplätze bleiben erhalten. Die Produktionssparten Sägen und C-Stahl werden eingestellt; für C-Stahl ist eine geordnete Ausproduktion vorgesehen. Das Insolvenzverfahren wurde am 26. August 2026 eröffnet. Die vereinbarte Fortführung betrifft damit ausgewählte Geschäftsbereiche.

Quelle: PLUTA, Mitteilung vom 4. September 2026

3. September 2026: Investorensuche für DOMO Collection und Oflor läuft

Branche: Möbelindustrie · Standorte: Hude und Psarskie, Polen · Status: vorläufige Insolvenzverwaltung und laufender Investorenprozess.

Der am 17. August gestartete Investorenprozess umfasst DOMO Collection und das Produktionsunternehmen Oflor. Laut Mitteilung vom 3. September führen beide Gesellschaften ihren Geschäftsbetrieb vollständig fort und bearbeiten Aufträge weiter. Mehr als zehn potenzielle Investoren hatten Zugang zum Datenraum. Eine Investorenlösung wurde bis Oktober angestrebt; ein abgeschlossener Verkauf wurde in dieser Mitteilung noch nicht gemeldet.

Quelle: PLUTA, Mitteilung vom 3. September 2026

2. September 2026: KLT Hummel wird innerhalb der PPS-Gruppe fortgeführt

Branche: Kunststoffspritzguss · Standort: Schweinfurt · Status: Übernahme zum 1. September abgeschlossen.

Krallmann Kunststoff Solutions, ein Tochterunternehmen der PPS-Gruppe aus Darmstadt, hat KLT Hummel im Rahmen eines Asset Deals übernommen. Nach Angaben von Baker Tilly wurden alle rund 100 Beschäftigten übernommen. Der Hersteller technischer Kunststoffteile beliefert unter anderem Industrie, Automobilbranche und Medizintechnik. Der Betrieb wird am Standort Schweinfurt fortgeführt.

Quelle: Baker Tilly, Mitteilung vom 2. September 2026

Was Kunden und Einkauf jetzt klären sollten

Entscheidend ist der betroffene Geschäftsbereich. Eine Fortführung einzelner Sparten erfasst nicht zwangsläufig das bisherige Sortiment.

  1. Betroffenheit abgleichen: Welche Gesellschaft, welcher Standort, welche Teile und offenen Bestellungen sind betroffen?
  2. Lieferstatus bestätigen lassen: Welche Mengen und Termine sind aktuell zugesagt? Welche Bestände und Kapazitäten stehen zur Verfügung?
  3. Alternativen vorbereiten: Ersatzlieferanten, Werkzeugverfügbarkeit und erforderliche Freigaben erfassen.
  4. Bei einem Erwerberwechsel nachfragen: Wer bearbeitet künftig die Aufträge und welche Produkte werden weiter gefertigt?

Zur ausführlichen Checkliste · Kundengetragene Lieferantenübernahme prüfen

Einen gefährdeten Lieferanten oder Teilbetrieb vorstellen

AAAgiler prüft Übernahmen kleiner Industrieunternehmen, technischer Handelsbetriebe und geeigneter Geschäftsteile. Für den ersten Kontakt reichen Branche, Standort, ungefähre Größenordnung, Ihre Rolle und der verfügbare Zeitrahmen. Bei Lieferantenproblemen nennen Sie bitte auch die kritischen Produkte.

Fall zur Erstprüfung vorstellenDirekt anrufen: +49 (0) 6151 7877805

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Quellen und weitere Recherche

Diese redaktionelle Auswahl ist kein vollständiges Verfahrensregister. Neue Einträge beruhen auf Mitteilungen der beteiligten Insolvenzverwalter. Veröffentlichungsdatum und Ereignisdatum werden getrennt angegeben, soweit sie voneinander abweichen. Ältere Meldungen bleiben mit ihrem ursprünglichen Quellenstand nachvollziehbar.

Amtliche Verfahrensveröffentlichungen finden Sie bei den Insolvenzbekanntmachungen der Justiz. Ergänzend stehen die Nachrichtensuche zur Industrie und die Insolvenzstatistik des Statistischen Bundesamts zur Verfügung.